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Shopware 5 auf 6 migrieren: ohne Ranking-Verlust

Wann der Re-Launch der bessere Migrationspfad ist, was der Standard-Migrationsassistent leistet, welche 301-Strategie Ihre Rankings rettet und welche Stolperfallen jeden Shopware-5-Shop treffen.

Patrick Gundlach
Web-Analytics, Tracking und datengetriebene Optimierung
15. Mai 2026
TL;DR · Unsere Position
In den meisten Fällen ist die Migration auf Shopware 6 ein Re-Launch, kein Daten-Import. Der Migrationsassistent ist solide für Stammdaten, aber Plugin-Logik, Theme und URL-Mapping müssen neu aufgebaut werden. Mit sauberer 301-Strategie verlieren Sie nichts, ohne riskieren Sie 30 bis 60 Prozent organischen Traffic.

Shopware 5 erhält bis Juli 2025 noch sicherheitsrelevante Updates, danach wird es still. Wer heute noch auf Shopware 5 läuft, hat etwa zwölf Monate Zeit, geordnet zu migrieren. Wir haben in den letzten zwei Jahren rund ein Dutzend Migrationen begleitet und schreiben hier auf, was wirklich funktioniert.

Warum „Update" das falsche Wort ist

Shopware 6 ist kein Update von Shopware 5, sondern eine komplette Neuentwicklung. Anderes Framework (Symfony 6 statt Symfony 2), andere Template-Engine (Twig durchgängig statt Smarty), anderes Datenmodell, andere Plugin-API, anderes Admin-UI. Jeder, der Ihnen einen „1-Klick-Migrationspfad" verspricht, hat noch nie einen ernsthaften Shopware-5-Shop migriert.

Was Sie technisch tun: einen frischen Shopware-6-Shop aufsetzen, Stammdaten via Migrationsassistent oder Eigenskript übernehmen, das Frontend neu bauen, Plugins neu entwickeln oder ersetzen, ERP-Anbindung neu integrieren, URLs sauber mappen und parallel testen.

Was der Standard-Migrationsassistent leistet

Der mitgelieferte Migrationsassistent von Shopware deckt zuverlässig ab:

  • Kategorien (inkl. SEO-URLs, mit Einschränkungen bei Mehrsprachigkeit)
  • Produkte mit Varianten, Eigenschaften, Bewertungen, Bildern
  • Kunden und Bestellhistorien
  • Steuersätze, Versandkosten, Zahlungsarten (Standard-Mappings)
  • Newsletter-Anmeldungen
  • Statische CMS-Seiten

Was er nicht leistet und was Sie selbst lösen müssen:

  • Inhalte aus Shopping-Worlds (werden nicht 1:1 in Erlebniswelten überführt)
  • Custom-Feldlogik aus Drittanbieter-Plugins
  • B2B-Kundenstammbäume aus dem Shopware-5-B2B-Suite-Modul
  • Konfiguratoren, Vermietungs- oder Buchungslogik aus Plugins
  • SEO-relevante Custom-URLs, die nicht im Kategorie- oder Produktbaum hängen

Die 301-Strategie ist nicht optional

Wir haben einen Kunden gesehen, der ohne URL-Mapping live ging und innerhalb von vier Wochen 58 Prozent organischen Traffic verloren hat. Drei Monate Aufholarbeit. Vermeidbar.

Was sauberes URL-Mapping konkret bedeutet:

  1. Vollständiges Crawling des Shopware-5-Shops vor der Migration (wir nutzen Screaming Frog oder Sitebulb), Export aller URLs mit Status 200 und organischem Traffic der letzten 12 Monate.
  2. Zielmapping aus der neuen Shopware-6-Sitemap. Kategorie-URLs bleiben meist identisch, Produkt-Slugs auch, aber Detail-Pfade können sich ändern (Mehrsprachigkeit, Sortier- oder Filter-URLs).
  3. 301-Redirect-Liste pflegen, als Nginx-, Apache- oder direkt als Shopware-Routing-Regel. Wir bevorzugen die Webserver-Ebene wegen Geschwindigkeit.
  4. Nach Go-Live wöchentliches Crawling, um 404-Spikes früh zu fangen.

Theme: neu bauen, nicht portieren

Smarty-Templates und Less-basierte Bare-Themes lassen sich nicht sinnvoll in Twig und SCSS überführen. Wer es versucht, baut technische Schulden mit Sicherheit ein. Klare Empfehlung: Theme im Shopware-6-System neu aufbauen, als Anlass nutzen, alte Pattern und ungenutzte CMS-Elemente loszuwerden.

Plugins: drei realistische Wege

  1. Drittanbieter-Pendant kaufen. Für 70 Prozent der gängigen Use-Cases gibt es bereits ein Shopware-6-Plugin im Store. Schneller und meist günstiger als eigene Entwicklung.
  2. Plugin neu entwickeln. Bei domain-spezifischer Logik (Konfiguratoren, Branchen-Workflows) der ehrliche Weg. Rechnen Sie pro nicht-triviales Plugin mit drei bis acht Personentagen.
  3. Funktion durch Headless-Architektur ablösen. Wenn Sie ohnehin Richtung Headless gehen, kann manche Plugin-Logik in den eigenen Storefront-Code wandern. Siehe unseren Headless-Artikel.

Parallel-Betrieb statt Big-Bang

Migrieren Sie nicht „am Wochenende live". Setzen Sie den Shopware-6-Shop unter einer Staging-Domain auf, testen Sie ERP-Roundtrip, Checkout, Zahlungsfluss, Versandintegration und B2B-Logik. Erst wenn alles drei Wochen stabil läuft, schalten Sie um.

Zeitschätzung (ehrlich)

Shop-ProfilRealistische MigrationsdauerAufwand-Range
B2C, 1.500 Artikel, 1 ERP, kein Custom-Plugin10 – 14 Wochen45 – 70 PT
B2B, 8.000 Artikel, SAP, 4 Custom-Plugins16 – 22 Wochen90 – 140 PT
Mehrshop-System, 3 Sprachen, B2B+B2C, Konfigurator22 – 32 Wochen160 – 240 PT

Migrations-Check mit klarem Aufwand

Wir prüfen Ihren Shopware-5-Shop, identifizieren Plugin-Risiken, schätzen den realen Migrationsaufwand und liefern eine schriftliche Roadmap mit drei Optionen (lean, standard, premium).

Migrations-Check anfragen
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Web-Analytics, Tracking und datengetriebene Optimierung

Patrick Gundlach arbeitet seit über zehn Jahren an der Schnittstelle von Webentwicklung, Analytics und Tracking. In seinen Artikeln teilt er Erkenntnisse aus konkreten Kundenprojekten, ohne Marketing-Schaum, ohne Werkzeug-Hype.

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